Münchner Merkur 2.10.04

Mit zwei Euro mehr dabei
Literarische Gesellschaft Gräfelfing erhöht Mitgliedsbeiträge

VON CLAUDIA ROTHHAMMER Gräfelfing - Härteren Zeiten sieht die Literarische Gesellschaft Gräfelfing entgegen. Um über die Runden zu kommen, wurde auf der Mitgliederversammlung eine moderate Beitragserhöhung beschlossen. Zudem werden einzelne Eintrittspreise fast unmerklich angehoben.

Da die Gemeinde Gräfelfing die freiwilligen Leistungen für die Literarische Gesellschaft um 1000 Euro gekürzt hat, wird`s finanziell ein wenig eng. Das Jahr 2002 schloss die Literarische zwar mit einem kleinen Überschuss ab, 2003 hingegen stand unterm Schlussstrich ein Minus von 1800 Euro. Um das Niveau der gehobenen Veranstaltungen halten zu können, schlug der Vorstand eine Erhöhung der Beiträge vor. Die Versammlung, zu der gerade mal vier Mitglieder gekommen waren, befürwortete die Maßnahme. Somit zahlen Mitglieder statt 18 nunmehr 20 Euro, Ehepaare statt 26 jetzt 30 Euro. Der derzeitige Mitgliederstand liegt bei 222. Die Mehreinnahmen können also die Zuschusskürzung nicht ganz auffangen. "Den anderen Teil werden wir mit mäßiger Anhebung einzelner Eintrittspreise herbei führen müssen", so Vorsitzender Wolfgang Pollner, der an diesem Abend in seinem Amt bestätigt wurde.

Die Neuwahlen waren reine Formsache. Dieter Sommer bleibt weiterhin erster Vize-Vorsitzender, zweiter Stellvertreter wurde Max Gschneidinger, denn Ole Schultheis stand aus zeitlichen Gründen nicht mehr zur Wiederwahl. Gschneidinger war laut Pollner nicht nur ein gern und oft gesehener Besucher bei Veranstaltungen, sondern ist "ein großer Gewinn". Der Jurist hat die Internetseite der Literarischen unentgeltlich erstellt, die viel Zusatzinformationen zu den Veranstaltungen bietet. Ebenfalls nicht mehr zur Wahl stand aus zeitlichen Gründen Ingeborg Wagner. Ihr Posten als Geschäftsführerin wurde kurzerhand gestrichen. Den verkleinerten Vorstand komplett macht Marion Kramer, die bisherige und zukünftige Schatzmeisterin der Literarischen.

Einen Einblick, wie viel Geld die Literarische für eine Veranstaltung ausgeben muss, gab Kramer. Für jede, egal welcher Referent oder Thema, gebe man im Vorfeld für Plakate, Anzeigen und Saalmiete schon allein 300 Euro aus. Am teuersten hingegen sind die Honorare der Referenten. Kramer: "Und seit der Euroumstellung sind die Honorare angestiegen. Unter 500 ist niemand mehr zu bekommen, zu D-Mark-Zeiten zählte ein Honorar von 1000 Mark schon zu den teuren Veranstaltungen." Pollner dazu: "Ein Herr Mühe kostet deutlich mehr. Aber da kommen mehr Leute, und es ist somit kostendeckender als ein anderer Referent."

Neue Homepage unter www.literarische.de
mm
2.10.2004