Dienstag, 22.10.2019
20 Uhr
Bürgerhaus Gräfelfing am Bahnhofsplatz
 

Literarische Gesellschaft Gräfelfing  


Dr. Theo Waigel


Foto: www.waigel.de/

"Ehrlichkeit
ist eine Währung"

Der langjährige Bundesfinanzminister
erzählt aus seinen Erinnerungen

 

 

 

Eintritt: 15
Schüler und Studenten: 5 €
Schülergruppen: 3 € pro Person
Mitglieder: 5 €

 

 

Der Mann mit den Augenbrauen, der Vater des Euro, wie er gern genannt wird, kommt nach Gräfelfing und berichtet aus seinem politischen Leben.

Der Grundsatz, Freund und Gegner gegenüber ehrlich zu sein, hart aber fair für seine Überzeugungen zu kämpfen, durchzieht sein Leben wie ein roter Faden. „Heuchlerisch“ nennt Waigel die Fünfziger, als die NS-Verbrechen verschwiegen und verdrängt wurden.

Natürlich erinnert er an Weggefährten wie Helmut Kohl, Wolfgang Schäuble oder Franz Josef Strauß, denkt zurück an die aufregenden Zeiten nach dem Fall der Mauer und die Gespräche mit Bush, Gorbatschow, Mitterrand und anderen, die zur deutschen Einheit geführt haben. War die Zustimmung zum Euro tatsächlich der Preis, den die Deutschen für die Wiedervereinigung zahlen mussten, wie manche behaupten? Waigel schreibt sein politisches Vermächtnis und stellt sich den wichtigen Fragen der Gegenwart: Wohin führt der Weg der CSU? Und hat die europäische Idee noch eine Chance?

Erleben Sie einen der einflussreichsten Politiker seiner Zeit, der kritisch und mit viel Humor zurück und nach vorn schaut.

Dr. Theo Waigel, geboren 1939 in Oberrohr/Schwaben, war von 1972 bis 2002 Mitglied des Bundestages, von 1988 bis 1999 Vorsitzender der CSU. Seit 2009 ist er Ehrenvorsitzender seiner Partei. Als Bundesminister der Finanzen (1989 bis 1998) spielte er eine entscheidende Rolle bei der Währungsumstellung nach dem Fall der Mauer (Herbst 1989), später bei der Einführung des Euro. In München ist er als Anwalt tätig. Waigel lebt mit seiner Frau Irene Epple-Waigel in Seeg/Allgäu.

Seine Erinnerungen erschienen im Frühjahr 2019.
 


Vorverkauf

(auch für Mitglieder)
seit Montag, 7. Oktober
nur in der Buchhandlung Kohler, Gräfelfing, Bahnhofstr. 110, Tel. 089 / 85 35 42, graefelfing@kohler-online.de


Zurückgelegte Karten am 22.10. bitte bis spätestens 19.45 Uhr an der Abendkasse im Bürgerhaus Gräfelfing abholen !

                      



Seine Augenbrauen und deren Wildwuchs
sind Waigels Markenzeichen.
Er führt sie auch als Beleg dafür an,
dass er zu dem steht, was er ist.

"Die sind, wie die Natur sie geschaffen hat,
und so bleiben sie. Mir hat der unvergessene Karikaturist Ernst Maria Lang mal gesagt:
»Sie sind karikierbar. Zwei dicke Striche,
und man weiß, wer gemeint ist.« "


Quelle: TZ Ausstellung "Die Augenbraue"

Theo Waigel im Blick großer Karikaturisten:
Haitzinger, Hanitzsch, Lang (2009 : Roggenburg)


"Zu [dem] Anspruch, ich selbst zu bleiben, zählt für mich die Ehrlichkeit.
Deshalb habe ich sie als Haltung meinem Buch vorangestellt.
(S.10) ... Verbiegen war noch nie meine Sache. (S.11) ...
 


Dr. Theo Waigel

Er war in der Bundes- und Europapolitik ebenso zu Hause wie in der Landespolitik, und nur wenige Ressortchefs haben die deutsche und europäische Finanzpolitik so geprägt wie er: Geboren am 22. April 1939 in Oberrohr bei Krumbach (Landkreis Günzburg / Schwaben); katholisch; verheiratet, drei Kinder. 1959 Abitur in Krumbach. Studium der Rechts- und Staatswissenschaften in München und Würzburg, 1963 erstes juristisches Staatsexamen, 1967 Promotion (Die verfassungsmäßige Ordnung der deutschen insbesondere der bayerischen Landwirtschaft) und zweites juristisches Staatsexamen. Gerichtsassessor bei der Staatsanwaltschaft am Landgericht München. 1969 bis 1970 persönlicher Referent von Anton Jaumann im Bayerischen Staatsministerium der Finanzen und 1970 bis 1972 im Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft und Verkehr. 1961 bis 1970 Kreisvorsitzender der Jungen Union Krumbach, 1967 bis 1971 Bezirksvorsitzender der Jungen Union Schwaben, 1971 bis 1975 Landesvorsitzender der Jungen Union Bayern. 1973 bis 1988 Vorsitzender der Grundsatzkommission der CSU, 1987 bis 1988 Bezirksvorsitzender der CSU Schwaben. November 1988 bis Januar 1999 Vorsitzender der CSU. 1966 bis 1972 Mitglied des Kreistages Krumbach. Mitglied des Bundestages von 1972 bis 2002. Oktober 1982 bis April 1989 Vorsitzender der CSU-Landesgruppe und 1.stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion; 21. April 1989 bis 26. Oktober 1998 Bundesminister der Finanzen. Nach seinem Abschied aus der aktiven Politik nahm Theo Waigel wieder seine Arbeit als Rechtsanwalt auf.

Waigel war von März 1999 bis Dezember 2014 in der Kanzlei GSK Stockmann + Kollegen tätig. Seit dem Januar 2016 ist er als Of-Counsel in der Kanzlei WAIGEL Rechtsanwälte in München tätig. Von 2009 bis 2012 war er als Compliance Monitor (Anti-Korruptions-Beauftragter
) bei Siemens tätig.

Am 22.04.2019 konnte er seinen 80. Geburtstag feiern.

Übrigens: Wer sich fragt, warum Horst Seehofer erst am 19. Januar 2019 als CSU-Vorsitzender zurückgetreten ist, der werfe einen Blick in die Annalen. Denn erst nach 3739 Tagen an der Parteispitze konnte er Theo Waigel um wenige Tage als CSU-Vorsitzender übertreffen und als Parteichef mit der zweitlängsten Amtszeit nach Franz Josef Strauß in die Geschichte eingehen.
 


Wikipedia Biographie beim Deutschen Bundestag -

Hanns Seidel Stiftung
80. Geburtstag von Theo Waigel

HSS Interview 21.12.2018
Bayern, Europa und die Zukunft

Theo Waigel - ein Leben für die Finanzen
Spiegel Online Fotostrecke

"Der Euro ist mein Schicksal"  SZ

"Hört auf die Jugend!" Theo Waigel im Interview | BR | report München 2019

Euro-Münzen auf einem Soldatenfriedhof: Ein Symbol des Friedens - Augsburger Allgemeine 2014

Der ist ziemlich anständig. Der Spiegel. 7. Juli 1997

In einer Rede im Europäischen Rat prägte Waigel 1995 den Begriff „Euro“ und wurde so zum Namensgeber der gemeinsamen europäischen Währung.



Karikatur Ernst Maria Lang 1988: ("Erster Geiger Streibl: Also, spielen wir jetzt den Strauß -
oder schreibst uns was Neues...")

Manche verstehen unter einem Kompromiß einen Tausch, bei dem sie einen Obstgarten für einen Apfel haben wollen.

Sobald man nicht mehr Finanzminister ist, wird man wieder gegrüßt.

Ich bin ganz sicher, dass ich in den Himmel komme.

 

 

Auszeichnungen



hss.de Martin Ebert; HSS; ACSP, HSS-ACSP 2009-7-19
Theo Waigel auf der Ausstellungseröffnung "Die Augenbraue" am 25.04.2009 in Kloster Roggenburg


Spiegel Online 3.10.2019  Ex-Finanzminister Waigel über 1990 "Tränen rannen über das Gesicht von Willy Brandt" Zum Jahrestag erinnert er sich an den Moment der Wiedervereinigung, die D-Mark-Einführung und ihre Folgen - und warnt die CDU vor der AfD.  BR24 21.8.19 Waigel hält Teil-Aus des Soli für problematisch - BR24 22.4.19 "Europafreunde werden Oberhand behalten" - ZDF 22.4.19 Ein Blick zurück. ohne Zorn - Südwest-Presse 21.4.19 Flammendes Plädoyer für Europa - BR24 18.4.2019 Theo Waigel: Abrechnung mit Stoiber zum 80. BR24 16.4.19 Theo Waigel wird 80 - und blickt auf sein Lebenswerk - SZ 11.4.2019 Eine Schatzkiste - Der frühere Finanzminister stellt seine Autobiografie vor. Dabei appelliert er auch an die Euroskeptiker. Was ihm eingefallen ist, sind die Stationen eines Politikerlebens; vom Kreuther Trennungsbeschluss der CSU 1976 (Waigel lehnte den Bruch mit der CDU ab) über die Wiedervereinigung (er handelte den Abzug der Sowjetarmee aus Ostdeutschland mit aus) bis zur Einführung des Euro, der ohne sein Betreiben schwer vorstellbar ist. Er berichtet von CSU-Rivalitäten und bemerkt, auf Edmund Stoiber angesprochen, nur kühl, der könne sich das Buch ja kaufen. Waigel hält Stoiber für zumindest den Mitwisser einer Schmutzkampagne aus der Zeit, als Waigels erste Ehe zerbrach und er mit der Skiläuferin Irene Epple zusammenkam, mit der er noch heute verheiratet ist. - OVB Heimatzeitungen 11.4.19 Theo Waigels späte Abrechnung - Münchner Merkur aktualisiert 10.4.19 Enthüllung über schmutzigen CSU-Machtkampf: Theo Waigel rechnet mit Edmund Stoiber ab - Spiegel Online 13.05.2017 Nachdem es 2016 in der CSU zum guten Ton gehörte, die Kanzlerin heftig zu attackieren, gründete Theo Waigel eine „Wählerinitiative für Angela Merkel“.
 

Augsburger Allgemeine: Lokales (Krumbach)
Theo Waigel: „Ja, will denn jemand wie in den 50er-Jahren leben?“
Anlässlich seines 80. Geburtstags blickt Theo Waigel zurück
auf die gesellschaftlichen Brüche der Nachkriegszeit und seine Jugend in Oberrohr.
Warum er heute noch ein Vokabelheft bei sich hat.


"Ich mache mir keine so großen Sorgen über die Zukunft. Denn ich behaupte, wir haben noch nie in einer so lebenswerten Zeit gelebt wie heute. Ich sehe die Herausforderungen vielleicht stärker als die meisten um mich herum. Nur ich sage denen immer, ja glaubt doch nicht, dass das früher besser war. Komme mir, einem der im Jahr 1939 geboren ist, doch niemand mit der guten alten Zeit."

"Ohne Irene wäre ich heute - da bin ich sicher - ein trauriger, verbitterter alter Mann.
Mit ihr und Konstantin, der unser Glück vollkommen machte, erfreue ich mich am Leben und blicke gelassen auf das, was noch kommt.
(S.88). ..."