Mittwoch, 31.01.18
20 Uhr

 

Bürgerhaus Gräfelfing am Bahnhofsplatz  


Binette Schroeder
 


Illustration
oder:
Was man mit Worten
 nicht erklären kann


 

Eintritt: 10 €
Schüler und Studenten: 5 €
Schülergruppen: 3 € pro Person
M
itglieder: frei


Binette
Schroeder kommt nach 2012 (Ritter Rüstig & Ritter Rostig - Oder: Wie aus einem Streit unter Nachbarn ein Kinderbuch dazu entsteht) und 2015 (Gefühle im Bilderbuch) zum dritten Mal zur Literarischen. Die vielfach ausgezeichnete Illustratorin, Autorin und Bilderbuchsammlerin nähert sich mit einem reich bebilderten Vortrag der Kernfrage jeder Illustration. Welche Dimensionen der Wahrnehmung – sonst nur mit vielen Worten zu erschließen – lassen sich durch ein Bild auf einen Blick eröffnen? Für Illustratoren ist es ja ein spannendes Thema, wie unterschiedlich sich Texte durch Illustrationen interpretieren lassen und wie viele Nuancen zusammenwirken müssen, um eine Situation charakteristisch darzustellen. Farbe, Licht, Atmosphäre, Komik, Dramatik – ein Bild sagt oft mehr als 1000 Worte.

Binette Schroeder zeigt viele Beispiele großer Illustratoren, gibt aber auch Einblick in die eigene Arbeit. Gestalterische Techniken und die Bedeutung einer klassischen Ausbildung spielen dabei eine bedeutende Rolle.

Binette Schroeder stammt aus Hamburg. Seit 1978 lebt sie in Gräfelfing mit ihrem Mann, dem Juristen und Ausstellungsmacher Peter Nickl, der eine Reihe von Texten für sie schreibt. Sie ist als selbständige Grafikerin und Illustratorin tätig. Zu ihren bekanntesten Büchern zählen „Lupinchen“, „Florian und Traktor Max“, "Krokodil, Krokodil", „Die wunderbaren Reisen und Abenteuer des Freiherrn von Münchhausen“, „Der Froschkönig oder der eiserne Heinrich“, „Ritter Rüstig & Ritter Rostig", Ra ta ta tam", „Laura“. 2014 erschien „Der Zauberling“.


Die Internationale Jugendbibliothek in der Blutenburg hat  als Dauerausstellung ein Binette-Schroeder-Kabinett eingerichtet.
 

       
 

Foto: Stefanie von Becker



aus: Lupinchen


SZ 18.8.17; Das Treffen der zwei Vogelwesen


"Bilder regen die Fantasie an"



 Duria Antiquior ist ein Aquarell des Geologen Henry De la Beche, 1830,
die erste bildliche Darstellung einer vorgeschichtlichen Szene basierend auf Fossilien
(Quelle: Wikipedia)
 
Binette Schroeder: „Kein Foto, kein Text kann eine Sache so anschaulich machen, wie ein Bild. Ein Bild sagt auch etwas über den Charakter des Tiers aus.“


1990 Crocodile, Crocodile ~ Peter Nickl und Binette Schroeder

  
 
Maria Sibylla Merian, Kaiman

   
Adrienne Barman: Walross, Spatz und Beutelteufel, Das große Sammelsurium der Tiere
 

Binette Schroeder „Der Froschkönig oder der eiserne Heinrich“



1969 marschierte Binette Schroeder mit zwei Bildern auf die Frankfurter Buchmesse: Auf dem einen war ein kleines Mädchen namens Lupinchen mit dem Vogel Robert zu sehen, auf dem anderen machten Mister Humpty Dumpty und Herr Klappaufundzu Lupinchen ihre Aufwartung. Der Verleger des schweizerischen Nord-Süd-Verlags war begeistert. Binette Schroeder lieferte am nächsten Morgen die Geschichte zu den Bildern und in den folgenden Monaten die restlichen Illustrationen. Noch im gleichen Jahr erschien "Lupinchen" als ihr erstes Kinderbuch. Seitdem ist sie Kinderbuchautorin.

SIKJM Schweizerisches Institut für Kinder- und Jugendmedien: Binette Schroeder am 23.10.15  zu Gast im SIKJM
Für jedes ihrer Kinderbücher wählt Binette Schroeder eine ganz eigene künstlerische Ausdrucksweise. - 'Sie variiert ihre Blätter mit Gouache, Aquarellkreiden und -stiften auf weißem oder farbigem Karton und kreiert mit ihren Bildräumen kleine "Bühnen der Fantasie",  in denen ein unwirkliches Licht unwirkliche Schatten wirft, und in denen die Phantasie wandern und auf Entdeckungsreisen gehen kann.' Einige dieser immer wieder mit internationalen Preisen ausgezeichneten Kinderbücher sind gemeinsame Projekte mit ihrem Ehemann Peter Nickl, der die Texte schrieb oder bearbeitete.

133 beste Bilder auf Pinterest - Interview Video (Junko Yokota)

Die Geschichte des Bilderbuchs beginnt erst so richtig in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, nämlich im Zeitalter der Romantik. In dieser Zeit freuten sich die Menschen über die Schönheit der Natur und sie sehnten sich nach alten Zeiten, die, wie sie glaubten, besser gewesen waren. Auch die Bilder in diesen ersten Bilderbüchern sind mehr Wunsch als Wirklichkeit. Sie zeigen eine schönere, bessere und heilere Welt. Und wenn wir heute sagen „Das ist ja wie im Bilderbuch!“, weil wir meinen, dass etwas viel zu schön ist, um wahr zu sein, geht das genau auf diese Zeit zurück.

(Quelle: Rossipotti Literaturlexikon für Kinder)



Mechanisches Theater im Binette-Schroeder-Kabinett
in der Internationalen Jugendbibliothek auf Schloss Blutenburg.
 

Binette Schroeder
wurde in Hamburg geboren und wuchs in Garmisch-Partenkirchen auf. Im Alter von zwölf Jahren entwarf sie ihr allererstes Bilderbuch "Kasperl fährt nach Afrika". 1957-60 Grafikstudium an einer Münchener Privatschule.

1961-66 studierte sie in Basel an der damaligen Allgemeinen Gewerbeschule, (heute Hochschule für Gestaltung und Kunst) Gebrauchsgrafik, Typografie, Fotografie und Lithografie. Die wichtigsten Lehrer: Armin Hoffmann, Donald Brun, Grafik / Emil Ruder, Typografie / Andreas His, Illustration. Die Ausbildung orientierte sich an den Unterrichtsprinzipien des Bauhauslehrers Johann Itten und lehrte sie das, was für ihre Arbeit als Illustratorin so wichtig werden sollte, das fundierte Handwerk des Grafikers in allen Facetten seiner technischen Ausdrucksmöglichkeiten. Ihre Karriere wurde stark durch ihr Studium geprägt: „Das erste Semester durften wir nur graue Farbe benutzen, im zweiten dann ein wenig mehr Farbe.“ Dabei erkennt sie, dass Farbe der Stimmungsträger ist und betont: „Farbe ist wie ein Sog und kann einen ins Bild hineinziehen.“

Die mit vielen internationalen Preisen von New York bis Kyoto ausgezeichnete Künstlerin, gilt mit ihren in 20 Sprachen übersetzten Büchern als die Grande Dame der deutschen Bilderbuchillustratoren.

Auszeichnungen u.a.
1969 - Goldenen Apfel der Biennale der Illustrationen Bratislava für "Lupinchen" - 1980 - Ehrung für die amerikanische Ausgabe von "Die wunderbaren Reisen und Abenteuer des Freiherrn von Münchhausen" als „Best Illustrated Children’s Books of the Year“ der New York Times - 1989 - Auszeichnung mit der Plakette der Biennale der Illustration Bratislava - 1990 - Troisdorfer Bilderbuchpreis für "Der Froschkönig" - 1997 - Auszeichnung durch die Stiftung Buchkunst - 1997 - Sonderpreis Illustration des Deutschen Jugendliteraturpreises für ihr Gesamtwerk - 1998 - Nominierung für den Hans-Christian-Andersen-Preis für ihr Gesamtwerk - 2000 - Prix Octogone für ihr Gesamtwerk - 2003 - Nominierung für den Astrid Lindgren Memorial Award für ihr Gesamtwerk - 2004 - Großer Preis der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur für ihr Gesamtwerk - 2012 - Bayerischer Verdienstorden - 2014 - Nominierung für den Astrid Lindgren Memorial Award


Bücher von Binette Schroeder (Auswahl)

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Eine  Sonderausstellung des Elztalmuseums (in Waldkirch, nordöstlich von Freiburg) widmete sich im November 2016 "der außergewöhnlichen Buchkunst von Binette Schroeder mit Bildern, Originalgrafiken, Büchern und surrealen Objekten aus ihrer märchenhaften Welt. ... Ihre märchenhaft verrätselten Bildkompositionen in den Bilderbüchern wie in den freien, surrealen Arbeiten entführen in eine in zauberhaftes Licht getauchte Bilderwelt voller phantastischer Details und liebevoll erzählter Geschichten. Mit ihrer unverwechselbaren Handschrift begeistert die Künstlerin Erwachsene wie Kinder gleichermaßen."

(Quelle: Badische Zeitung zu einer Austellung  im Elztalmuseum)
 

 

»Ich möchte den Kindern
kleine Bühnen der Fantasie malen,
die sie dazu verlocken, hineinzuwandern,
bis hin zu den verschwimmenden Horizonten,
die neue Ausblicke in noch fernere Welten zu versprechen scheinen.«