Im Rahmenprogramm der Ausstellungsreihe

Glaube-Liebe-Hoffnung

Kunst an sakralen Orten


 
Ausstellung des Kunstkreises Gräfelfing
23. Juni - 15. August 2018

Der Kunstkreis Gräfelfing öffnet mit seiner Ausstellung
12 Kirchen, Kapellen und Aussegnungshallen Gräfelfings, Lochhams und angrenzender Bereiche Planeggs
für eine ungewöhnliche Kunstausstellung
mit 30 zeitgenössischen Künstlern und fast 100 Exponaten
im Innen- und Außenbereich.
Begleitend finden Vorträge, Führungen
und Performances statt.

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Mittwoch, 25.Juli 2018
19.30 Uhr
 

in der Evang. Friedenskirche Gräfelfing,
Planeggerstr.16
 



Matthias Drobinski
Journalist und Kirchenexperte
Süddeutsche Zeitung



Foto: Alexandra Schellnegger
Süddeutsche Zeitung


Lob des Fatalismus
 

Eintritt:  frei
 


Literarische Gesellschaft Gräfelfing

i
n Zusammenarbeit mit dem
Kunstkreis Gräfelfing e.V.


und der Evang.-Luth. Kirchengemeinde Gräfelfing

 

Seit jeher hat der Fatalismus einen schlechten Ruf. Philosophen, Theologen und Politiker haben ihn im Namen der Willensfreiheit bekämpft. Und doch ist es an der Zeit, ihn neu zu entdecken – als Tugend, als Haltung und als Möglichkeit, das Leben zu meistern. Der moderne Mensch hat sich ganz der Souveränität verschrieben, will dem Leben seinen Willen aufzwingen, um doch regelmäßig zu scheitern.

Jeder Plan hat seine Grenzen dort, wo er plötzlich mit dem Ungeplanten konfrontiert wird. Bert Brecht wusste davon ein Lied zu singen.

Fatalismus dagegen bedeutet Gelassenheit. So viele Dinge kann man nicht ändern im Lauf der Welt – und man muss es auch nicht können. Viel mehr Sinn macht es, die eigene Wirkmacht nicht zu überschätzen und dem Unverfügbaren Tribut zu zollen. Anders gesagt: Fatalismus macht cool ...

(Klappentext)

" ... eine absolut brauchbare intellektuelle Haltungsübung ..."

  

Matthias Drobinski, Jahrgang 1964, studierte Geschichte, katholische Theologie und Germanistik in Gießen und Mainz. Journalistische Ausbildung an der Henri-Nannen-Schule in Hamburg. Seit 1993 Redakteur für "Publik Forum" und die „Woche“. Arbeiten für den Hessischen und Norddeutschen Rundfunk.  Seit 1997 schreibt er für die Süddeutsche Zeitung. Er ist dort Redakteur in der Redaktion Meinung und zudem für Religionen und Kirche zuständig.
 

„Gott, gib mir die Gelassenheit,
Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,

den Mut,
Dinge zu ändern, die ich ändern kann,

und die Weisheit,
das eine vom anderen zu unterscheiden.“


Vermutlich hat Reinhold Niebuhr, der amerikanische Theologe, Philosoph und Politikwissenschaftler, dieses Gebet vor oder während des Zweiten Weltkriegs verfasst.

Ein so verstandener Fatalismus macht nicht hilflos. Zu ihm gehört die Überzeugung, so Drobinski, «dass es immer mehr Möglichkeiten» gebe, als der Einzelne «denken könne». (Gegen den Populismus: Luzerner Zeitung)
"Der Fatalismus gilt als die Eigenschaft der Angepassten und Faulen, der frommen Devoten, als Entschuldigung für alle, die ihr Schicksal nicht in die Hand nehmen können oder wollen. Er gilt als Instrument aller, die wollen, dass sich nichts ändert und zu ihren Gunsten alles so bleibt, wie es ist - Schicksal halt, dass der eine oben ist und der andere unten." Quelle

Schicksalsergebenheit, Schwarzseherei, Schwarzmalerei, Unkenruf, Depressivität, Ablehnung, Kassandraruf, Unkerei, Skeptizismus, Katerstimmung, Endzeitstimmung, Lebensverneinung, Mutlosigkeit, Nihilismus, Weltuntergangsstimmung, Pessimismus, Skepsis, Skeptizismus, zersetzende Geisteshaltung, Aussichtslosigkeit, Agnostizismus, Bedenken, Defätismus, Hoffnungslosigkeit, Panikmache

(Woxicon: Synonyme für Fatalismus)
 

"Eine gute Portion Fatalismus im Leben löst das Problem nicht. Man kann aber besser mit ihm leben."

Das Rad der Fortuna
Alles vorherbestimmt
oder Glück / Zufall?
Quelle: Astrowiki


Unter Fatalismus versteht man eine Weltanschauung, die davon ausgeht, dass das Geschehen in Natur und Gesellschaft durch das Schicksal (lateinisch fatum) unabänderlich vorherbestimmt ist. Fatalisten halten die Fügungen des Schicksals für unausweichlich und meinen, der Wille des Menschen könne ihnen nichts entgegensetzen. Daraus ergibt sich aber nicht zwangsläufig die Folgerung, menschliche Entscheidungen und Handlungen seien sinnlos.
 

Als Fatalismus bezeichnet man auch die Bereitschaft, die angenommene Unvermeidlichkeit des Schicksalsablaufs zu akzeptieren. Das Spektrum fatalistischer Einstellungen reicht von einem resignierten Hinnehmen des Unabänderlichen bis zur enthusiastischen Verherrlichung der Gegebenheiten. Für die fatalistische Schicksalsbejahung hat sich die lateinische Bezeichnung amor fati („Liebe zum Schicksal“) eingebürgert, die durch ihre Verwendung in Werken Friedrich Nietzsches einer breiteren Öffentlichkeit bekannt geworden ist.

In Philosophie und Theologie werden fatalistische und deterministische Lehren seit Jahrtausenden kontrovers erörtert. Für den philosophischen Fatalismus werden sowohl metaphysische als auch logische Argumente vorgebracht; der theologische beruht auf der Vorstellung der Prädestination, der Vorherbestimmung durch den göttlichen Willen, die aus Offenbarungsschriften abgeleitet wird. Auf verbreitete Ablehnung stößt der Fatalismus, weil er nach der Auffassung von Kritikern mit der menschlichen Willensfreiheit unvereinbar ist und in der Ethik zu problematischen Konsequenzen führt   Quelle:Wikipedia



Foto: Reformiert-info - EKvW                                         

Ein paar Kapitelüberschriften: Warum der Fatalismus einen schlechten Ruf hat; nicht ganz zu Unrecht – Et kütt, wie et kütt - Fatalismus befreit von der Pest der Glückssuche und der Lebensoptimierung – Der Fatalismus nimmt dem Lebensende den Schrecken – Der Fatalismus erhebt Einspruch, wenn Sicherheit zum höchsten Gut ernannt wird – Der Gott der Verunsicherung und der Glaube auf schwankendem Boden
 


Et kölsche Grundgesetz
Et kütt, wie et kütt

Hat der Fatalismus eine religiöse Dimension?

Zitate aus Besprechungen des im März 2018 erschienen Buches "Lob des Fatalismus" von Matthias Drobinski
 

"Fatalismus und Humor schaffen ein Abstandsbewusstsein ... Fatalismus hat was Subversives ... Ich bin Teilzeitfatalist ... Ängste sind normal ... " (Interview im Deutschlandfunk)

'Fatalismus vs. Hysterie ... Fatalismus bedeutet Gelassenheit. So viele Dinge kann man nicht ändern im Lauf der Welt – und man muss es auch nicht können. Ich denke an meine Mutter, die im Fall eines zerbrochenen Tellers uns erschrockenen Kindern sagte: „Ist doch nur ein Teller. Du kannst es nicht rückgängig machen. Lächle.“ ' (Musenblätter)

'Drobinski macht in kleinen Geschichten und an vielen aktuellen Beispielen aus Politik und Gesellschaft anschaulich, wie sich die Haltung seines „positiven Fatalismus“ unterscheidet von den negativen Aspekten der passiven Schicksalsergebenheit wie Unterwürfigkeit, tatenlosem Hinnehmen von Ungerechtigkeit und Unterdrückung und etwa dem Glauben an einen „biologischen Determinismus“ ' 
(Oxnzeam.de, Philosphische Schnipsel)

'Ein aufgeklärter Fatalismus, sagt Drobinski, setzt dem Weltverbesserungspathos Grenzen. ... "Eine gute Portion Fatalismus im Leben löst das Problem nicht. Man kann aber besser mit ihm leben." (WDR 5 Philosphisches Radio)  Im Film 'Bridge of Spies' sagt der Spion Robert Abel auf die Frage seines Anwalts: Machen Sie sich denn keine Sorgen ? - "Würde das denn helfen?" ' (Interview mit Matthias Drobinski Im WDR)

'Eine Haltungsübung - Gegen die Haltung, dass man allen Widerstand aufgibt, weil man mit großer Wahrscheinlichkeit verlieren wird. Drobinski aber unterscheidet hier hilfreich, und darin ist sein Essay ein wirklicher guter Ratgeber, zwischen dem Reden und Tun. ... Wir müssen wieder lernen, jedenfalls verstehe ich Drobinski so, in der Einsicht der Sachverhalte diese durch Reden nicht zu vergrößern.' (Immer schön sachlich)

'Man muss nicht immer alles im Griff haben -  Drobinski plädiert für einen aufgeklärten, partiellen Fatalismus auf der privaten Ebene ....' (falter.at)
 


 „Weiß man je wohin man geht?“

"Jacques der Fatalist und sein Herr" ist ein Roman des französischen Autors Denis Diderot (1713-1784). Der Roman spiegelt eines der meist diskutierten philosophischen Themen der europäischen Aufklärung wider: Die Frage nach dem freien Willen des Menschen und nach einem ausschließlich durch Naturgesetze bestimmten menschlichen Handeln. ... Jacques ist, wie schon sein attributiver Beiname sagt, Fatalist. Heute würde man Jacques' Einstellung mit Determinismus bezeichnen. ... Jacques ist der Überzeugung, dass alle Ereignisse eine konkrete Ursache haben und nach festen Gesetzen ablaufen. Es gibt keine göttliche Vorsehung, keinerlei „blindes Verhängnis“, sondern lediglich wertneutrale Ursachen, keinerlei Ursachen auf ein Ziel hin.  
Quelle: Wikipedia

Bushido: "Es kommt, wie es kommt"  -  Planlos:  Es kommt wie es kommt - Markus: Alles kommt wie es kommt - SWISHA: Alles kommt wie es kommt -
SILVER - Es kommt wie es kommt -  Wonderbrothers - Es Kommt Wie Es Kommt - Lena Valaitis:  Ob es so oder so oder anders kommt - Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt - Doris Day - Que Sera Sera -  „Schaung mar amoi, na sengma’s scho“ - "Es kommt alles, wie's kommt" ist Andreas Giebels
Lebensmotto -



Quelle: SWR


Matthias Drobinski 

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Herbert-Haag-Preis 2006: "
Seine breite Ausbildung und Erfahrung verbindet er mit einer aufgeweckten geistigen Präsenz, einer intelligenten Analyse und einem unabhängigen Urteil."
 


Bücher von Matthias Drobinski

Regeln zum Leben: Die Zehn Gebote - Provokation und Orientierung für heute (HERDER spektrum)               Kirche, Macht und Geld               Glaubensrepublik Deutschland - Reisen durch ein religiöses Land
Streitschrift Diese Wirtschaft tötet: Mit einem Vorwort von Heribert PrantlOh Gott, die Kirche: Versuch über das katholische DeutschlandBayer, Römer, Papst: Benedikt XVI. Sein Leben, seine Theologie und der Besuch in seiner bayrischen Heimat

Artikel und Kommentare in der Süddeutschen Zeitung
 


" ... Der Autor ist aber kein Wissenschaftler, sondern ein Journalist, ausgestattet mit dem gediegenen Halbwissen seines Berufsstandes
und der Erfahrung aus zwei Jahrzehnten politischer, religiöser und kirchlicher Berichterstattung, nicht mehr und nicht weniger.
.... "

Aus dem Vorwort