Donnerstag
, 23.02.17
20 Uhr

 

Bürgerhaus Gräfelfing am Bahnhofsplatz  


Stefan Merki
liest


Foto: © Christian Hartmann

„Schloß Gripsholm“


ein Kurt-Tucholsky-Abend
mit Musik

 

Presseartikel

 

 
„Schloß Gripsholm“
Die heiter-melancholische Sommergeschichte
für jeden, der mal verliebt war;
es gerade ist;
oder sich heute neu verlieben möchte.

„Wir lagen auf der Wiese und baumelten mit der Seele.“

„Schloß Gripsholm“ von  Kurt Tucholsky (1890—1935), mit dem er an „Rheinsberg“ (1912) anknüpfte, ist eine der hinreißendsten Sommergeschichten, die die deutsche Literatur zu bieten hat.  Im Frühjahr 1931 erschien "Schloß Gripsholm" als Fortsetzungsroman im "Berliner Tageblatt" und im Mai dann als Buch bei Ernst Rowohlt in Berlin. Die heiter-melancholische Liebesgeschichte wurde wohl dadurch inspiriert, dass ihr Autor mit seiner Geliebten Lisa Matthias 1929 einen Urlaub in Schweden verbrachte.

Der Schauplatz: Schloss Gripsholm, eines der ältesten Schlösser Schwedens, gelegen am Mälaren-See. Der Ich-Erzähler Kurt, genannt Peter, und seine Geliebte Lydia verbringen dort einen mehrwöchigen Urlaub, bekommen Besuch von Peters Freund Karlchen und dann von Lydias bester Freundin Billie, woraus sich ein sommerlich-reizvolles Spiel einer Liebe zu dritt entwickelt. Allerdings durchzieht ein eher dramatischer Erzählstrang diese heile Stimmungswelt:  Peter und Lydia retten ein kleines Mädchen aus den Fängen einer diktatorischen Leiterin eines Kinderheims, (die Tucholsky wohl mit Charakterzügen seiner eigenen tyrannischen Mutter
versah).

Der Schauspieler Stefan Merki liest aus diesem unnachahmlich eleganten und amüsanten Buch. Musikalisch begleitet wird er von dem Geiger Matthias Well aus der jüngsten Generation der Musikerfamilie Well.


Stefan Merki ist Schweizer, hat an Theatern in Berlin, Aachen und Hamburg gespielt und gehört seit 2001 zum Ensemble der Münchner Kammerspiele. Zahlreiche Fernseh- und Filmrollen, zuletzt in „Colonia Dignidad“ und „Das Tagebuch der Anne Frank“.

Matthias Well war seit 2009 Jungstudent an der Musikhochschule München, wo er seit 2011 Violine studiert. Häufig tritt er mit seiner Schwester, der Cellistin Maria Well, auf. Gerade hat er in Hamburg einen renommierten Förderpreis gewonnen.


Matthias Well

spielt Geigenmusik
               

Foto: Pressebild Matthias Well



Die Brüder Michael, Stofferl und Karli Well zusammen mit ihren Kindern Maria, Matthias und Maresa
Foto: Well-Brüder

Video
Der Latein-Rap aus dem Stück Ekzem Homo an den Münchner Kammerspielen von und mit Gerhard Polt, den Well-Brüdern aus´m Biermoos und Stefan Merki.


Schloss Gripsholm heute
Foto: Literarische Gesellschaft Gräfelfing


Die Erzählung "Schloß Gripsholm" beginnt mit dem Abdruck eines fiktiven Briefwechsels zwischen dem Autor und seinem Verleger, Ernst Rowohlt.  Darin regt Rowohlt Tucholsky an, doch mal wieder eine leichte und heitere Liebesgeschichte zu schreiben, während jener um ein höheres Honorar feilscht.  (Quelle: Wikipedia) - Hörbuch
 

Ernst Rowohlt Verlag Berlin

8. Juni

Lieber Herr Tucholsky, Haben Sie gar nichts? Wie wäre es denn mit einer kleinen Liebesgeschichte? Überlegen Sie sich das mal!

10. Juni
Lieber Herr Rowohlt,

Ja, eine Liebesgeschichte ... lieber Meister, wie denken Sie sich das? In der heutigen Zeit Liebe? Lieben Sie? Wer liebt denn heute noch? Dann schon lieber eine kleine Sommergeschichte. Die Sache ist nicht leicht. Sie wissen, wie sehr es mir widerstrebt, die Öffentlichkeit mit meinem persönlichen Kram zu behelligen -- das fällt also fort. Außerdem betrüge ich jede Frau mit meiner Schreibmaschine und erlebe daher nichts Romantisches. Und soll ich mir die Geschichte vielleicht ausdenken? Phantasie haben doch nur die Geschäftsleute, wenn sie nicht zahlen können. Dann fällt ihnen viel ein. Unsereinem...
Schreibe ich den Leuten nicht ihren Wunschtraum (»Die Gräfin raffte ihre Silber-Robe, würdigte den Grafen keines Blickes und fiel die Schloßtreppe hinunter«), dann bleibt nur noch das Propplem über die Ehe als Zimmer- Gymnastik, die »menschliche Einstellung« und all das Zeug, das wir nicht mögen. Woher nehmen und nicht bei Villon stehlen?

12. Juni
Lieber Herr Tucholsky,

Die Sommergeschichte sollten Sie sich durch den Kopf gehen lassen. Die Leute wollen neben der Politik und dem Aktuellen etwas haben, was sie ihrer Freundin schenken können. Sie glauben gar nicht, wie das fehlt. Ich denke an eine kleine Geschichte, nicht zu umfangreich, etwa 15-16 Bogen, zart im Gefühl, kartoniert, leicht ironisch und mit einem bunten Umschlag. Der Inhalt kann so frei sein, wie Sie wollen.

     


Ernst Rowohlt - Foto: ndr


Ernst Rowohlt
(* 23. Juni 1887 in Bremen; † 1. Dezember 1960 in Hamburg), war ein deutscher Verleger. 1908 gründete er seinen Verlag, den Rowohlt Verlag, in Leipzig zum ersten Mal, der zweite Rowohlt-Verlag bestand von 1919 bis 1943. Der dritte Rowohlt-Verlag konnte 1946 in Stuttgart wieder ins Leben gerufen werden. - Wikipedia



Lisa Matthias und Kurt Tucholsky in Läggesta 1929
CC-BY-SA 3.0 © Sonja Thomassen - (Ausschnitt) von wikipedia


Kurt Tucholsky
(* 9. Januar 1890 in Berlin; † 21. Dezember 1935 in Göteborg, bestattet in Mariefred) war ein deutscher Journalist und Schriftsteller, Satiriker, Kabarettautor, Liedtexter, Romanautor, Lyriker und Kritiker. Er schrieb auch unter den Pseudonymen Kaspar Hauser, Peter Panter, Theobald Tiger und Ignaz Wrobel. - Wikipedia


Die Erzählung handelt vom Sommerurlaub des Erzählers Kurt, genannt Peter, mit seiner Freundin Lydia, von ihm zumeist nur „die Prinzessin“ genannt, in Schweden. Nach der Zug- und Fährfahrt und einigem Suchen kommen beide im Schloss Gripsholm an, in dem sie etwa drei Wochen verbringen. In ihrer Sommerfrische erhalten sie nacheinander Besuch von Kurts altem Kameraden und Freund Karlchen sowie von Lydias bester Freundin Billie. Die Episodenerzählung, in der auch ein – für die Spätzeit der Weimarer Republik als kühn anzusehendes – erotisches Abenteuer zu dritt eingeflochten ist, kontrastiert mit nachdenklich stimmenden Szenen: Die Sommerfrischler beobachten auf einem Spaziergang ein kleines Mädchen, das in einem nahegelegenen Kinderheim lebt und unter der sadistischen Leiterin des Instituts leidet. Die Besucher beschließen, das drangsalierte Kind zu retten, und arrangieren mit der in der Schweiz lebenden Mutter, dass die Kleine der Heimleiterin entrissen und nach Hause gebracht wird.
(Quelle: Wikipedia, s.o.)

1963 wurde der Stoff von Kurt Hoffmann verfilmt. In den Hauptrollen Walter Giller, Jana Brejchová, Hanns Lothar und Nadja Tiller. Eine weitere Verfilmung 2000 mit Ulrich Noethen, Heike Makatsch und Jasmin Tabatabai.

 

   


Stefan Merki
, geb 1963,  ist seit 1989 in einer sehr großen Anzahl von Theaterproduktionen zu sehen. Zuerst am Schillertheater in Berlin, an der Schaubühne in Berlin, am Thalia Theater Hamburg, am Theater in Aachen, ab 1996 im Ensemble des Deutschen Schauspielhauses in Hamburg und seit 2001 überwiegend als festes Ensemblemitglied der  Münchner Kammerspielen.
Hier spielte er zuletzt u.a. in den Produktionen „Franziska“ (Regie: Andreas Kriegenburg, 2012), „Onkel Wanja“ (Regie: Karin Henkel/Johan Simons, 2013) sowie „Geschichten aus dem Wiener Wald“ (Regie: Stephan Kimmig, 2014)
Aktuell spielt er in:  EKZEM HOMO, MITTELREICH, ROCCO UND SEINE BRÜDER, CASPAR WESTERN FRIEDRICH, AMÉRICA, EINE MARATHON-UR-LESUNG VON „DIE SCHUTZBEFOHLENEN FF.“,  DAS LEBEN GEBRAUCHSANWEISUNG #4, FESTIVALPROLOG: ÁNGEL HERNÁNDEZ: THE EXODUS LECTURE – DER KRIEG, DAS VERLANGEN UND DER VERRAT, OFFENER PROZESS DIE NSU PROTOKOLLE III
und insbesondere am 18. Februar (als Geist eines ehemaligen Investmentbankers) in der Uraufführung des Schauspiels NŌ THEATER von Toshiki Okada.

Neben seiner Bühnentätigkeit arbeitet er regelmäßig für Film und Fernsehen sowie beim BR Radio. Als Sprecher hat er an mehreren Hörbuchproduktionen mitgewirkt- Außerdem spielt Merki in der Band "The Kapulikaupunki Broken Heart Orchestra", einer Formation von Schauspielern der Münchner Kammerspiele.
Wikipedia - Agenturprofil - Theaterkontakte - facebook - Showreel - entre nous… Wiebke Puls im Gespräch mit Stefan Merki - andere Videos -




© Luis Zeno Kuhn



interlink-kultur.com © Marcus Renner


Matthias Well,
geb. 1993, erhielt seinen ersten Geigenunterricht 1997 bei Barbara Hubbert. Ab September 2009 war er Jungstudent an der Musikhochschule in München bei Sonia Korkeala. Seit 2010 ist er Stipendiat bei Yehudi Menuhin Live Music Now und seit Sommer 2011 studiert er an der Hochschule für Musik und Theater München bei Prof. Mikyung Lee. Er nahm an mehreren Meisterkursen für junge Streicher teil, u.a. bei Daniel Müller-Schott, bei Baiba Skride, bei Zakhar Bron, in Kronberg und derzeit in München bei der renommierten Geigerin Prof. Julia Fischer. Er hatte mehrere Auftritte als Solist u.a. mit Mitgliedern der Münchener Philharmoniker und mit den Bad Reichenhaller Philharmonikern.

Matthias Well tritt regelmäßig mit seiner Schwester Maria Well (Cello) als Duo "twoWELL" auf. Er war auch mit Maria und Marisa Well und Alexander Maschke Mitglied der "nouWell cousines", ein crossover von Volksmusik, frechen Liedern und klassischen Stücken. Damit erobert nun die dritte Generation der musikalischen Well-Dynastie (Biermösl-Blosn, Wellküren) die Bühnen.  Die pure Freude an der Musik steht im Vordergrund. Musikalisch treten die Well-Kinder oft in die Fußstapfen der Eltern. Textlich versuchen sie, ihren eigenen Stil zu finden.

Quellen u.a. : livemusicshow  - Künstlersekretariat Liebrandt -
 YouTube - facebook -
  Als Geiger gewann Matthias Well mehrere Preise auf Regional- Landes- und Bundesebene des Nachwuchs Wettbewerbs „Jugend musiziert“, sowohl in Solowertungen, als auch in Duowertungen. Im Januar 2017 gewann er in Hamburg den 3. Fanny Mendelssohn Förderpreis, auch verbunden mit einer Debüt-CD-Produktion. Er überzeugte die Fachjury "nicht nur durch sein außergewöhnlich einfühlsames Spiel, sondern auch durch sein durchdachtes und gleichzeitig authentisches Aufnahmekonzept". Auf der Suche nach der heute fast völlig vergessenen Zunft der sogenannten „Trauergeiger“ stieß Matthias Well auf Trauermusik aus allen Teilen der Welt und aus den verschiedensten Kulturen. Dabei kann es sich durchaus auch um fröhliche Musik handeln, die den Verstorbenen ehren und den Trauernden Mut und Trost spenden soll. Vieles davon hat er inzwischen für Geige und Akkordeon umschreiben lassen. -                                                    Funeralissimo 7.7.2017

Zur Heirat gehört mehr als nur vier nackte Beine ins Bett
Kurt Tucholsky - Schloß Gripsholm